Telematikinfrastruktur für Apotheken.

Das Gesundheitswesen vernetzt sich. Ab 2019 werden Apotheken an die Telematik­infrastruktur angeschlossen. Hier gibt es alle Informationen dazu auf einen Blick.

Alles auf einen Blick.

Digitales Gesundheitswesen

Das eHealth-Gesetz regelt die Einführung digitaler Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen durch die schrittweise Ablösung bislang papierbasierter Prozesse durch IT-unterstützte Verfahren.

Datensicherheit

Die Telematik­infrastruktur (TI) ist ein sicheres Netz, das vom Internet getrennt und ausschließlich für den Daten­austausch zwischen Akteuren des Gesundheitswesens bestimmt ist.

Anbindung ist Pflicht

Die Anbindung an die TI ist für Apotheken in Deutschland Pflicht. Das eHealth-Gesetz setzt eine Frist zum 30. September 2020.

Anwendungen

Geplante Anwendungen wie die qualifizierte elektronische Signatur (QES), das Notfalldatenmanagement (NFDM) oder der elektronische Medikationsplan (eMP) basieren auf der Telematikinfrastruktur.

Zuschuss

Apotheken erhalten einen Zuschuss in Höhe von 2.642 €, zusätzlich quartalsweise eine Betriebs­kosten­pauschale von 210 €.

Apotheker mit Tablet

Was ist die Telematikinfrastruktur?

Das wesentliche Ziel der Telematik­infrastruktur (TI) ist es, medizinische Informationen, die für die Behandlung von Patienten benötigt werden, schneller und einfacher verfügbar zu machen. Zu diesem Zweck werden alle Akteure des Gesundheitswesens miteinander vernetzt und der Grundstein für ein zukunftsfähiges, digitales Gesundheitssystem gelegt.

Für eine sichere Kommunikation und den Schutz sensibler Patienteninformationen werden alle Teilnehmer mittels sogenannter Konnektoren über einen sicheren VPN-Zugangsdienst an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Sämtliche Komponenten werden von der Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheits­karte) zertifiziert und zugelassen, oberste Priorität hat dabei die Datensicherheit.

Zur Anbindung an die TI sind alle Leistungserbringer des Gesundheitswesens in Deutschland gesetzlich verpflichtet.

Wofür wird die TI verwendet?

Die digitale Kommunikation von Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen soll in Zukunft ausschließlich über die Telematikinfrastruktur stattfinden. Die Initialanwendung ist das Versicherten­stammdaten­management (VSDM). Bei dieser Anwendung werden Stammdaten der Patienten beim Auslesen der elek­tronischen Gesundheitskarte mit Hilfe der neuen Verbindung abgerufen und in Echtzeit abgeglichen.

Das Speichern von Notfalldaten (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP), das E-Rezept und die elektronische Patientenakte werden als künftige Anwendungen folgen und die sichere Verbindung der Telematikinfrastruktur nutzen.

Welche Vorteile bietet die Anbindung für Apotheken?

Der systemübergreifende, sichere Austausch von Informationen bildet die Grundlage für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Eine geschützte Datenverbindung zwischen den Leistungserbringern lässt sich vielseitig einsetzen. Eine Verbindung zum behandelnden Arzt etwa erlaubt eine schnelle Abstimmung von Rückfragen – ohne Faxgerät oder ungesicherten E-Mail-Versand.

Die Telematikinfrastruktur bietet durch die Zeitersparnis sowohl wirtschaftliche Vorzüge für Apotheken als auch umfangreiche Funktionen zur Verbesserung der künftigen Patientenversorgung. Diese sind auch für Kunden spürbar, etwa durch das digitale Handling von Dauerverordnungen.

Mit Anwendungen wie dem elektronischen Medikationsplan (eMP) können schädliche Wechselwirkungen vermieden werden, da sich Ärzte und Apotheken nicht länger auf die Erinnerung des Patienten verlassen müssen. Die verordnete Dosis kann auf einen Blick eingesehen, die Gefahr von Falschinformationen damit verringert werden. Ähnlich wie beim Notfalldaten­management ermöglicht die digitale Speicherung der Medikationsdaten in Notfällen einen Überblick über die Einnahme von Medikamenten, ohne den Hausarzt kontaktieren zu müssen.

Durch die Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte sind die Daten bei jedem Apothekenbesuch sowie in Notfällen sofort verfügbar.

Auch das E-Rezept bietet effizientere Prozesse für Apotheken: eine optimierte Rezepteinlösung, schnellere Arzneimittelversorgung für die Patienten sowie die Reduzierung von Abgabefehlern und Retaxationen.

Gibt es gesetzliche Fristen?

Für alle Ärzte, Psychotherapeuten und Praxen ist die Anbindung an die TI bis Ende Juni 2019 gesetzlich vorgeschrieben.

Ein Anschluss der über 19.000 Apotheken in Deutschland ist zum Anfang des kommenden Jahres geplant.

Das eHealth-Gesetz setzt eine Frist zum 30. September 2020. Ein frühzeitiger Anschluss an die Telematikinfrastruktur wird nicht zuletzt aufgrund des wirtschaftlichen Nutzens durch die optimierten Prozesse empfohlen.

Ohne eine Anbindung der Apotheken sind künftige Anwendungen wie das E-Rezept oder der elektronische Medikationsplan nicht sinnvoll umsetzbar.

Gibt es eine Kostenerstattung?

Anfang des Jahres haben sich der DAV und der GKV-Spitzen­verband auf eine Finanzierung für die TI-Anbindung geeinigt. Für die Anschaffung von eHealth-Konnektor und zwei Kartenlesegeräten sowie deren Installation erhalten Apotheken einen Zuschuss in Höhe von 2.642 €.

Der Betrag setzt sich aus einer Hardwarepauschale in Höhe von 1.362 € sowie einer Aufwandspauschale in Höhe von 1.280 € für Installation, eventuelle Ausfallzeiten und Schulungen zusammen. Zusätzlich wird es eine Betriebskostenpauschale von 210 € pro Quartal geben.

Die Erstattung erfolgt auf Nachweis. Ausgezahlt werden die Beträge über den bestehenden Nacht- und Notdienstfonds des DAV e. V.

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