Telematikinfrastruktur
15. Nov. 2023·3 min. Lesezeit

Daten­austausch in der TI

Der TI-Messenger bietet sicheren Austausch so schnell und einfach wie das Versenden und Empfangen einer Whats App.

von Markus Dikty

Sicherheit steht bei dem größten Digitalisierungsprojekt des Gesundheitswesens – der Telematikinfrastruktur – an erster Stelle. Sensible Daten erfordern höchsten Schutz. Daher sind auch die Möglichkeiten des Austauschs und die Kommunikationswege innerhalb der TI besonders abgesichert.

In einem der letzten Beiträge hatten wir bereits das Thema Datenaustausch aufgegriffen und einen Blogartikel zur Fachanwendung Kommunikation im Medizinwesen (kurz: KIM) geschrieben. KIM ist ein abgesicherter E-Mail Dienst, über den einfacher Text und auch Anhänge als E-Mail sicher und vor allem sektorenübergreifend von Leistungserbringern versendet und empfangen werden können.

Wer noch einmal in den Beitrag über KIM reinschauen möchte, klickt auf den untenstehenden Link.

Sicherer E-Mail Dienst

Kommunikation im Medizinwesen

Heute widmen wir uns einer weiteren Möglichkeit des Nachrichtenaustauschs, dem TI-Messenger. Dieser ist anders als KIM ein Kurznachrichtendienst, der eine Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der TI darstellt. Über den ‚kurzen Dienstweg‘ lassen sich wichtige Fragen zu Verordnungen, Befunden oder Rückrufbitten in Echtzeit übermitteln. Alle Leistungserbringer des Gesundheitswesens können den TI-Messenger nutzen und sektoren- sowie Institutionsübergreifend miteinander kommunizieren. Dabei bedient sich der TI-Messenger genau wie KIM einem bundesweiten Verzeichnisdienst, in dem Kontaktdaten von Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken, Pflegediensten und weiteren Leistungserbringern des Gesundheitswesens schnell und einfach zu finden sind. Ähnlich wie bei anderen Kurznachrichtendiensten, ist auch der TI-Messenger über einen Desktop-PC oder ein mobiles Endgerät wie ein Smartphone nutzbar. Die Inhalte sind gegenüber anderen Messenger-Diensten jedoch sicher, da sie mehrfach vor Zugriffen gesichert und geschützt sind.

Wer mehr zum Thema Datensicherheit erfahren möchte, kann gerne in unserem Blogartikel ‚Sicherheit innerhalb der TI‘ nachlesen.

TELEMATIKINFRASTRUKTUR

Datenschutz und Datensicherheit

Umfang des TI-Messengers

Der Funktionsumfang des TI-Messengers wird stufenweise ausgerollt. Dazu hat die gematik eine Roadmap veröffentlicht und Ausbaustufen definiert. Wir zeigen hier die Stufen und die wichtigsten Funktionen auf einen Blick.

Ausbaustufe 1

Im ersten Schritt soll ab 2024 die Übertragung von Textnachrichten, Bild- und Toninhalten möglich sein. Schon in dieser Phase können verschiedene Einrichtungen im Gesundheitswesen Nachrichten untereinander austauschen. So kann beispielsweise die Apotheke schnell und einfach eine Rückfrage zu einer ausgestellten Verordnung an die Arztpraxis senden oder die Pflegeeinrichtung dem Krankenhaus in Echtzeit mitteilen, dass der angekündigte Patient nun auf dem Weg ist.

Ausbaustufe 2

In der nächsten Ausbaustufe, die ab 2025 verfügbar sein soll, wird der Nutzerkreis erweitert, sodass zusätzlich zu den Leistungserbringern auch Kostenträger wie Krankenkassen und auch Versicherte Zugriff auf den TI-Messenger bekommen sollen. Dabei wird der Nachrichtenaustausch insbesondere mit Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen stets Leistungserbringer-gesteuert sein.

Ausbaustufe 3

In der vorerst letzten geplanten Phase der Entwicklung des TI-Messengers ist eine Videochat sowie Voice-over-IP Funktion vorgesehen, die einen abgesicherten Kanal unter anderem für Videosprechstunden oder Telekonsile bereitstellen soll. Der Zeitplan für den Rollout dieser Ausbaustufe ist bisher noch nicht geplant.

Ausführlichere Informationen zum TI-Messenger und die geplante Roadmap zu den Ausbaustufen sind im Fachportal der gematik abrufbar.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, schreiben Sie uns gerne unter info@curenect.de oder vernetzen Sie sich mit unserem LinkedIN Account.