Apotheken
27. Nov. 2025·4 min. Lesezeit

Digitalisierung der Apotheke: mehr Umsatz mit der TI

Angesichts steigender Kosten und stagnierender Honorare brauchen Apotheken neue Erlösquellen.

Steffi Dölchow
von Steffi Dölchow
Digitalisierung der Apotheke: mehr Umsatz mit der TI

Steigende Betriebskosten und ein stagnierendes Fixum lassen Apotheken nur wenig Spielraum für eine erfolgreiche Zukunft. Die Digitalisierung bietet Apotheken neue Chancen. Dabei kommt der Telematikinfrastruktur (TI) eine Schlüsselrolle zu.

Was viele im Arbeitsalltag noch als lästige IT-Pflicht sehen, entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Basis, um bestehende Erträge zu sichern und neue zu erschließen. Die TI ist dabei nicht nur Technik im Hintergrund, sondern die verbindende Infrastruktur für die Apotheke der Zukunft.

E-Rezept: 90 Prozent der Einlösungen erfolgen vor Ort

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die gematik meldete bereits im Oktober 2025 mehr als eine Milliarde eingelöste E-Rezepte. Das E-Rezept ist also im Versorgungsalltag angekommen. Gleichzeitig zeigt eine Auswertung des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), dass nur rund 10 Prozent der E-Rezepte bei Versandapotheken eingelöst werden. Das bedeutet: 90 Prozent werden weiterhin in Vor-Ort-Apotheken bedient. Das E-Rezept ist also in erster Linie ein gewaltiger Umsatzbringer.

Entscheidend für den Erfolg des E-Rezepts ist die CardLink-Technologie. Durch das einfache Auslesen der Versichertenkarte per NFC wird der Besuch in der Apotheke so unkompliziert wie möglich. Klar ist aber auch: CardLink war von Anfang an als Übergangslösung gedacht. Im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen für die Nachfolgelösung PoPP.

PoPP steht für „Proof of Patient Presence“. Das heißt, die Anwesenheit eines Versicherten oder einer Versicherten wird bestätigt. Dafür ist allerdings keine Chipkarte mehr nötig, sondern eine Gesundheits-ID. Per App kann dann – für einen begrenzten Zeitraum – Zugriff auf das E-Rezept gewährt werden. Spätestens 2027 soll diese Methode das CardLink-Verfahren ablösen. Die konkrete Einlösevariante kann sich also ändern. Sicher bleibt: Ohne einen verlässlichen Anschluss an die TI kommt kein E-Rezept in der Apotheke an. Eine TI-Anbindung mit größtmöglicher Ausfallsicherheit ist für Apotheken daher von strategischer Bedeutung.

Pharmazeutische Dienstleistungen: Neue Erlösquelle braucht TI

Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) entwickeln sich für die Apotheke der Zukunft zu einem wichtigen Geschäftsfeld. Sie ermöglichen es Apotheken, neue, honorierte Leistungen jenseits der reinen Abgabe anzubieten, und stärken ihre Rolle im Versorgungssystem. Es ist geplant, mehrere klar definierte Leistungen für spezifische Indikationen mit konkreter Vergütung als pDL einzuführen. Apotheken handeln hierbei jedoch nicht losgelöst von der Versorgungslandschaft, denn pDL sollen von Ärzt:innen verordnet werden und ein üblicher Teil des Behandlungsverlaufs werden.

Genau hier wird die TI zu einem Dreh- und Angelpunkt. Denn für viele pDL ist Medienberichten zufolge eine Dokumentation in der elektronischen Patientenakte (ePA) vorgeschrieben. Bisherige Anwendungsfälle der ePA in der Apotheke werden dadurch entscheidend erweitert. Denn nur über den Zugriff auf die Patientendaten können Apotheken auf relevante Informationen einsehen, eigene Leistungen dokumentieren und eine nachvollziehbare Versorgung gewährleisten. Zusätzlich ermöglicht die sichere Kommunikation mit Arztpraxen über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) eine strukturierte Abstimmung über die Medikation und die Therapieziele.

Apotheken, die diese TI-basierten Kommunikationskanäle aktiv nutzen, stärken ihre Rolle in der interprofessionellen Versorgung sichtbar. Für Inhaber:innen, die pDL als Erlösquelle erschließen wollen, wird die TI somit zur Basistechnologie für die Apotheke der Zukunft.

TI strategisch denken, wirtschaftlich nutzen

Mit schneller E-Rezept-Einlösung, qualifizierter Beratung sowie pDL erhält die Vor-Ort-Apotheke ein klares Serviceprofil, das sich auch wirtschaftlich auszahlen kann. Inhaber:innen, die TI strategisch und betriebswirtschaftlich nutzen, können so ihre Marktposition stärken. Die TI ist dabei längst mehr als nur eine Pflichtlösung zum Abruf des E-Rezepts. Sie ist die Infrastruktur für zentrale Zukunftsthemen wie die elektronische Patientenakte (ePA) und insbesondere pDL.

Die Kunst besteht darin, die TI so zu organisieren, dass sie – trotz ihrer wachsenden Rolle – unsichtbar im Hintergrund läuft. Das TI-Gateway ist dafür ein wichtiger Schlüssel. Denn es ermöglicht Apotheken weniger Abhängigkeit von lokaler Hardware, mehr Ausfallsicherheit, weniger Unterbrechungen bei Updates und somit mehr Fokus auf das Wesentliche: Eine hochwertige Beratung und Versorgung von Kund:innen in der Apotheke. So wird aus der Digitalisierungspflicht eine echte Chance für eine zukunftsfähige Offizin.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre Apotheke mithilfe der TI zukunftsfähig aufzustellen. Weitere Informationen finden Sie in unserem TI-Angebot für Apotheken.