Telematikinfrastruktur
22. Dez. 2025·6 min. Lesezeit

2025 – ein gutes Jahr für die TI

Die wichtigsten Meilensteine der TI im Jahr 2025 haben wir hier zusammengefasst – einschließlich eines Ausblicks auf 2026.

Steffi Dölchow
von Steffi Dölchow
2025 – ein gutes Jahr für die TI

2025 hat die Telematikinfrastruktur große Sprünge nach vorne gemacht – bei der Technologie, beim Zugang für weitere Nutzergruppen und bei den Fachanwendungen.

Die TI steht oft in der Kritik – zu komplex, zu langsam, zu wenig praxistauglich. 2025 hat gezeigt: Es geht voran. Nicht perfekt, nicht ohne Stolpersteine, aber mit erkennbarem Fortschritt. Daher wollen wir einordnen, welche Bedeutung die Entwicklungen der TI für Leistungserbringer haben. Denn am Ende zählt vor allem eins: Wie bringt die TI echten Mehrwert für die Versorgung?

Das TI-Gateway: Weniger Hardware, mehr Geschwindigkeit

Das Jahr 2025 begann mit einem technologischen Meilenstein: der Einführung des TI-Gateways. Diese neue Generation der TI-Anbindung macht die bisherige Konnektorbox überflüssig – und erleichtert damit viele Themen, die im Alltag für Aufwand sorgen. Dazu zählen die aufwendige Installation, die sperrige Hardware und die komplizierte Wartung bei Störungen oder Updates.

Statt einer physischen Box setzt das TI-Gateway auf einen virtuellen Konnektor im Rechenzentrum. Das Ergebnis ist eine deutlich schnellere Installation, die auch aus der Ferne stattfinden kann. Dabei schrumpft die benötigte Hardware auf ein Minimum. Nur die Kartenterminals kann das TI-Gateway bisher noch nicht ersetzen. Dazu ist das TI-Gateway im laufenden Betrieb deutlich schneller und stabiler als die Konnektorbox.

Diese Innovation kommt im Versorgungsalltag an. Laut TI-Dashboard der gematik sind bereits mehr als 30.000 TI-Gateway-Anschlüsse aktiv (Stand Anfang Dezember 2025). Auch curenect setzt auf das TI-Gateway. Dabei kommt das infninity gate von ehex zum Einsatz. Bereits im Mai 2025 konnten wir erste Pflegeeinrichtungen und Apotheken erfolgreich anschließen, wie Healthcare Digital berichtet hat.

Mehr Details: Warum Einbox-Konnektoren auslaufen und was das TI-Gateway bringt

TI-Anbindung der Pflege: Ein Meilenstein für die Versorgung

Am 1. Juli 2025 trat die gesetzliche Pflicht zur TI-Anbindung für Pflegeeinrichtungen in Kraft. Damit wurde die Pflege offiziell Teil der digitalen Gesundheitsversorgung – ein Schritt, der längst überfällig war. Denn Pflegekräfte leisten unverzichtbare Arbeit an einer sensiblen Schnittstelle: zwischen ärztlicher Behandlung, medikamentöser Versorgung und dem Alltag der Pflegebedürftigen. Der Zugang zu relevanten Gesundheitsdaten ist für sie daher nicht nur hilfreich, sondern oft entscheidend für eine sichere Versorgung.

Mit der TI-Anbindung erhalten Pflegeeinrichtungen nun Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) und Medikationspläne. Gleichzeitig ermöglicht die TI-Anbindung die sichere digitale Kommunikation mit anderen Leistungserbringern über KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Ob Absprachen mit Arztpraxen, Austausch mit Apotheken oder Koordination im Versorgungsteam – KIM macht diese Prozesse schneller, sicherer und nachvollziehbarer.

Die Zahlen aus dem TI-Atlas der gematik zeigen: Die Pflege nimmt die Herausforderung an. Bis Ende 2025 planen 82 Prozent der befragten Pflegedienste und 71 Prozent der Pflegeheime den Anschluss an die TI – ein starkes Signal für eine digitale und vernetzte Pflege.

TI für Heilmittelerbringer: Finanzierungsvereinbarung schafft Klarheit

Lange war unklar, wie die TI-Anbindung für Heilmittelerbringer finanziert werden soll. Im August 2025 kam die Antwort: Der GKV-Spitzenverband und die Heilmittelverbände einigten sich auf eine Finanzierungsvereinbarung. Für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen bedeutet das Investitionssicherheit.

Die Vereinbarung sieht konkrete Pauschalen vor, die rückwirkend ab dem 1. Juli 2024 gelten. Seit Oktober 2025 können alle zugelassenen Heilmittelpraxen diese Pauschalen beantragen. Für 2025 liegt die monatliche Grundpauschale bei 207,93 Euro, hinzu kommt ein Zuschlag von 7,77 Euro je elektronischem Heilberufsausweis (eHBA).

Die Finanzierungsklarheit zeigt Wirkung. Obwohl die ursprünglich für Januar 2026 geplante Anschlusspflicht auf Oktober 2027 verschoben wurde, starten Heilmittelerbringer bereits mit der TI-Anbindung. Dafür spricht vor allem die sichere Kommunikation mit Ärzten und Krankenkassen über die TI-Fachanwendung KIM und die Vorbereitung auf künftige digitale Anwendungen wie die elektronische Verordnung.

Mehr Details: TI-Finanzierung für Heilmittelpraxen – was Sie wissen müssen

Rollout der ePA: Die elektronische Patientenakte kommt in der Praxis an

Im April 2025 startete der bundesweite Rollout der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle Versicherten. Was in Modellregionen begann, wurde damit zur Regelversorgung. Das bedeutet, solange kein Widerspruch vorliegt, gibt es für jede*n gesetzlich Versicherte*n automatisch eine eigene ePA.

Im Oktober 2025 folgte die Pflicht für Arztpraxen, die ePA zu befüllen. Folglich ist zu beobachten, dass die Nutzung der ePA deutlich zunimmt. Laut TI-Dashboard der gematik werden pro Woche mehr als 3 Millionen Dokumente in die ePA hochgeladen und fast 2 Millionen heruntergeladen. Damit wird die ePA zunehmend ihrer Bestimmung gerecht – als gemeinsamer Speicher für Gesundheitsdaten, auf den alle beteiligte Leistungserbringer zugreifen können.

Ein wichtiger Fortschritt ist die ePA auch deshalb, weil darin der elektronische Medikationsplan (eML) hinterlegt ist. Für Apotheken eröffnet die neuen Möglichkeiten in der Arzneimitteltherapiesicherheit. Laut TI-Atlas gaben drei Viertel der befragten Apotheken an, dass sie durch den eML bereits Risiken erkennen und eine bessere Beratung gewährleisten konnten. Und auch für die Pflege ist die ePA ein Gewinn: Der Zugriff auf Arztbriefe, Befunde und Medikationspläne erleichtert die Koordination der Versorgung. Gemeinsam mit KIM wird die ePA so zu einem echten Instrument für sektorenübergreifende Zusammenarbeit.

Die TI entwickelt sich weiter

2025 hat gezeigt, dass sich die TI sich zunehmend etabliert und viele Verbesserungen für den Alltag in der Gesundheitsversorgung bereithält. Mit dem TI-Gateway wurde die Anbindung einfacher, stabiler und schneller. Die Pflege ist nun ebenfalls Teil der digitalen Gesundheitsversorgung und für Heilmittelerbringer ist mit der Finanzierungsvereinbarung ebenfalls ein guter Grundstein gelegt. Dazu ist die ePA in der Fläche angekommen – mit wachsenden Nutzungszahlen und echtem Mehrwert für die Versorgung.

Und 2026 geht es weiter. Bereits heute nutzen über 4 Millionen Versicherte eine digitale Identität (GesundheitsID), wie das TI-Dashboard der gematik zeigt. Ab 2026 werden auch Institutionskarten (SMC-B) und elektronische Heilberufsausweise (eHBA) digital. Durch solche digitalen Identitäten für Leistungserbringer wird die TI-Nutzung noch einfacher, der Hardwarebedarf wird weiter reduziert und es bieten sich neue Anwendungsmöglichkeiten. Die TI wird also auch nächsten Jahr große Fortschritte machen.

In anderen Worten: 2026 wird ein gutes Jahr für die TI.

Wir freuen uns darauf, Sie auch im Jahr 2026 rund um die TI zu begleiten. Bei Fragen zu unserem TI-Angebot stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.