Telematikinfrastruktur
2. Sept. 2022·4 min. Lesezeit

Was bedeutet TI as a Service?

Telematikinfrastruktur so einfach wie ein Netflix Abo. Geht das überhaupt? Die Antwort gibt’s im folgenden Blogartikel.

von Michael Backhaus

Zugegeben, der Vergleich zwischen Telematikinfrstruktur und Netflix hinkt ein wenig. Dennoch kann man von bereits etablierten Modellen lernen und gerade bei komplexen Themen wie der TI davon profitieren. Der Begriff TI as a Service (oder kurz TIaaS) leitet sich von der auch aus anderen, vor allem IT-nahen, Bereichen bekannten „-as a Service“ Lösungen ab. Gemeint ist, dass der Endkunde einen monatlichen Betrag zahlt, wie es bei einem Abo üblich ist und dafür einen Service bzw. eine Dienstleistung erhält. In vielen Bereichen des Lebens ist das schon geübter Alltag – wieso also nicht auch bei der Telematikinfrastruktur? Im Grunde geht es doch darum, dass die TI funktioniert, ohne dass man sich mit komplizierter Technik auseinandersetzen muss. Werfen wir im Folgenden also einmal einen Blick auf die Vorteile der TIaaS Lösung.

Warum TI as a Service?

Mit TIaaS erwirbt der Kunde den Zugang zur Telematikinfrastruktur und kann diese ganz einfach nutzen. Einen Konnektor muss sich mit dieser Lösung niemand mehr in den Betrieb stellen. Wozu auch? Der Leistungserbringer kann mit dem Gerät nichts weiter anfangen und hat absolut keinen Vorteil davon, wenn der Konnektor bei ihm im Betrieb steht. Die Installation bei der Anbindung des Betriebs an die TI ist durch die Inbetriebnahme des Konnektors vor Ort zeitaufwendiger, komplizierter und kann den Praxisablauf stören. Auch im Falle eines Defekts wird dieser in der Regel erst vom Leistungserbringer gemeldet bevor ein Termin mit einem Techniker vereinbart werden kann, der in den Betrieb fährt und vor Ort alles behebt – im besten Fall. In der Praxis funktioniert das nicht immer so auf Anhieb.

Mit einer Anbindung des Betriebs über TI as a Service steht der Konnektor in einem professionellen Rechenzentrum und wird dort durchgehend überwacht. Sollte es also einmal ein Problem geben, weiß die Technik meist schon Bescheid, bevor das Problem überhaupt im Betrieb bemerkt wird und kann schnellstmöglich behoben werden. Vor Ort wird lediglich ein eHealth Kartenterminal aufgestellt, welches über ein aktives Monitoring überwacht wird. Die Besonderheit bei der curenect Lösung ist, dass eine UTM Firewall direkt mitgeliefert wird, die zusätzlichen Schutz für Ihre Hardware bietet und ebenfalls über das aktive Monitoring stets im Blick gehalten wird.

Nutzer der TIaaS Lösung profitieren darüber hinaus von einer erhöhten Verfügbarkeit, auch die Software ist jederzeit auf dem aktuellen Stand, ohne dass der Leistungserbringer sich aktiv darum bemühen muss. Der BSI Grundschutz und die KBV IT-Sicherheitsrichtlinien werden ebenfalls eingehalten. Auf Wunsch können Anwendungen wie easyTI und KIM aus dem Rechenzentrum bezogen werden.

Vorteile auf einen Blick

  • Einfache und schnelle Installation durch Konnektor zentral im Rechenzentrum
  • Betrieb kann während der Installation einfach weiter laufen
  • Technische Probleme werden deutlich schneller erkannt und behoben
  • Erhöhte Verfügbarkeit und stets aktuelle Software
  • Einhaltung KBV IT-Sicherheitsrichtlinien und BSI Grundschutz
  • Fachanwendungen zentral aus Rechenzentrum beziehbar

Voraussetzungen zur Nutzung der TIaaS Lösung

Um TI als „-as a Service“ Lösung nutzen zu können, bedarf es nur weniger Voraussetzungen, die sich kaum von denen einer TI-Anbindung vor Ort unterscheiden. Eine stabile Internetleitung mit mindestens VDSL 25 ist eine davon. Weiterhin sollten je nach Anzahl der eingesetzten Kartenterminals auch freie Lan-Ports verfügbar sein. Die Institutionskarte SMC-B (Security Module Card Typ-B) ist ebenfalls Grundvoraussetzung bei jeder TI-Anbindung. Bei einer Nutzung verschiedener Fachanwendungen wie beispielsweise der eAU, dem eRezept oder der ePA ist zusätzlich ein eHBA notwendig.

Welche Technik steckt dahinter?

Für alle Technik-Interessierten gibt es zum Abschluss noch einen Einblick welche Technik eigentlich hinter TI as a Service steckt. Es wird keine Überraschung darstellen, dass bei dieser Lösung, die zentral in einem Rechenzentrum (Tier 3) verwaltet wird, auch Rechenzentrumskonnektoren anstatt Einboxkonnektoren verwendet werden. Die verschlüsselte Verbindung ins Rechenzentrum wird über einen VPN-Gateway gelöst und die Kartenterminals wiederrum werden über das VPN-Gateway mit dem Rechenzentrum verbunden. Je nach Anwendung werden die SMC-B Karten im Rechenzentrum oder auch vor Ort gelagert.

Ist TI as a Service nun so einfach ist wie ein Netflix Abo? Wahrscheinlich nicht, da das Thema Telematikinfrastruktur sehr komplex ist und natürlich einem völlig anderen Bereich entspringt. Zumindest geben wir von curenect alles dafür dieses Thema für unsere Kunden so einfach wie möglich zu gestalten und bedienen uns dabei modernen Lösungen wie eben dem vorgestellten „-as a Service“ Modell.

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