Telematikinfrastruktur
3. Sept. 2026·4 min. Lesezeit

Drei Thesen für mehr TI-Akzeptanz

Nicht die Technik entscheidet über die Zufriedenheit mit der TI, sondern die Erfahrung im Alltag.

Steffi Dölchow
von Steffi Dölchow
Drei Thesen für mehr TI-Akzeptanz

Die TI ist breit verfügbar, kommt aber oft noch nicht im Arbeitsalltag an. Das zeigt der TI-Atlas 2026 am Beispiel von KIM in der Pflege: 80 Prozent der Befragten kennen KIM, 41 Prozent verfügen über ein passendes Modul. Aber nur 23 Prozent haben KIM bereits genutzt. Ab Oktober 2027 ist die Abrechnung über KIM in der Pflege verpflichtend – woher kommt also die Zurückhaltung?

Für mehr Akzeptanz muss die Lücke zwischen TI-Anbindung und routinierter TI-Nutzung geschlossen werden. Aus unserer Sicht zählt dafür in erster Linie, wie die TI im Alltag erlebt wird. In drei Thesen zeigen wir, dass es nicht nur auf die Technik ankommt – viel bedeutsamer für Einrichtungen sind Routine, Stabilität und Betriebsaufwand.

These 1: Routine folgt auf erlebten Nutzen

Langfristig soll die Digitalisierung entlasten. Kurzfristig bedeutet sie für Einrichtungen und Fachkräfte Mehrarbeit. Durch die TI-Anbindung ändern sich Abläufe und Zuständigkeiten, neue Prozesse müssen sich im Team erst wieder bewähren. Es ist nachvollziehbar, wenn Fachkräfte einer neu eingeführten TI-Anwendung zurückhaltend begegnen. 

Um diese Skepsis zu überwinden, muss die TI erlebt werden – das zeigt der TI-Atlas. Ein Beispiel:

  • 2024 gaben nur sieben Prozent der Arztpraxen eine starke TI-Nutzung an, 2026 waren es schon 60 Prozent.
  • Bei dem Anteil der Praxen ohne TI-Nutzung gab es keine große Veränderung.
  • Stattdessen entwickelten sich Praxen mit erst geringer oder mittlerer TI-Nutzung zu Praxen mit starker TI-Nutzung. 

Mit anderen Worten: Leistungserbringer, die sich auf die TI einlassen, bauen sie zunehmend in die Routine ein. Das stärkt die TI auch als Ganzes. Je mehr TI-Anwendungen genutzt werden, desto vollständiger und aktueller sind die erfassten Daten. Das erleichtert wiederum neu eingestiegenen Einrichtungen die TI-Nutzung. 

TI-Zufriedenheit braucht also Erfolgserlebnisse, um Skepsis zu überwinden. Entscheidend sind unter anderem die Wahl der richtigen Software, aber auch die Umsetzung der Software. Curenect unterstützt auf diesem Weg – denn erst eine Anwendung, die wiederholt überzeugen kann, wird Teil der Routine. 

These 2: Zuverlässigkeit entscheidet, ob Vertrauen entsteht

Damit die TI dann auch in der Routine bleibt, müssen TI-Anwendungen zuverlässig funktionieren. Für eine Einrichtung ist es entscheidend, dass der nächste notwendige Arbeitsschritt problemlos möglich ist. Für eine unterbrechungsfreie Nutzung der Fachanwendungen, braucht es eine zuverlässige TI-Anbindung.

Die gute Nachricht: Die Entwicklung der TI-Stabilität ist vielversprechend.

  • Laut TI-Atlas 2026 bewerten 75 Prozent der Apotheken die TI als stabil, 15 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
  • Bei den Arztpraxen liegt der Wert bei 69 Prozent, ein Plus von 10 Prozentpunkten.

Dieser Fortschritt kommt nicht überraschend. Der Wechsel vom Einbox-Konnektor auf das TI-Gateway ist mit messbaren Verbesserungen der Ausfallsicherheit verbunden. Laut TI-Dashboard der gematik sind bereits über 50.000 TI-Gateway-Instanzen im Betrieb. Weitere Entwicklungsschritte der TI sollen die Betriebsstabilität zusätzlich verbessern.

These 3: Weniger Betriebsaufwand schafft den nächsten Fortschritt

Eine routinierte TI-Nutzung setzt voraus, dass die TI im Regelfall möglichst geräuschlos bleibt. Konnektortausch, Kartenverwaltung, Zertifikatslaufzeit, Vor-Ort-Einsätze – alle Wartungspflichten unterbrechen Setups und Abläufe. Der nächste Schritt liegt deshalb in einem Betriebsmodell, das die technische Komplexität für Einrichtungen reduziert.

Gute Ansätze dafür gibt es bereits:

  • Das TI-Gateway ersetzt den Konnektor vor Ort mit einer zentral betriebenen Infrastruktur im Rechenzentrum. Technik wird zentral gewartet, aktualisiert und abgesichert. Der Aufwand verlagert sich aus der Praxis und wird für Einrichtungen unsichtbar.
  • Auch die Weiterentwicklung der SMC-B durch die HSM-B zielt darauf ab, den Aufwand zu reduzieren. Perspektivisch werden die Kartenverwaltung und Technik vor Ort immer weniger zum Engpass.

Weitere Fortschritte wie diese sind im Rahmen der gematik-Zukunftsvision fest geplant. Das Ziel: TI-Prozesse funktionieren zuverlässig, während der technische Betrieb im Hintergrund bleibt. Denn je weniger Aufwand mit der TI verbunden ist, desto stärker wird die TI-Akzeptanz.

TI-Zufriedenheit muss im Alltag wachsen

Immer mehr Leistungserbringer und Institutionen arbeiten täglich mit TI-Anwendungen, das verdeutlicht der TI-Atlas 2026. Echte Zufriedenheit kann aber nur dort entstehen, wo die TI-Anwendungen einen positiven Unterschied machen. Die TI gewinnt Akzeptanz nicht durch mehr Anschlüsse, Fristen und Features, sondern durch weniger Reibung.

Genau das ist unser Anspruch bei curenect. Wir schaffen gemeinsam mit unseren Resellern und weiteren Partnern die technische Grundlage dafür, dass Leistungserbringer die TI verlässlich nutzen können. Alles Weitere entscheidet sich in der Praxis. Denn: TI-Akzeptanz wächst im Alltag.