Telematikinfrastruktur
16. Apr. 2026·5 min. Lesezeit

Steigende Versorgungslast: TI ist Teil der Lösung

Immer mehr Versorgungsbedarf setzt Apotheken, Heilmittelerbringer und Pflege unter Stress. Daten zeigen, warum der TI-Zugang an Bedeutung gewinnt.

Steffi Dölchow
von Steffi Dölchow
Steigende Versorgungslast: TI ist Teil der Lösung

Das deutsche Gesundheitssystem steht unter wachsendem Druck: Der Versorgungsbedarf steigt, während die Infrastruktur, die ihn tragen soll, schrumpft oder stagniert. Das Jahrbuch 2026 der opta data Zukunftsstiftung macht diese Problematik mit aktuellen Zahlen greifbar. Die Entwicklung betrifft demnach ganze Versorgungssektoren – insbesondere Apotheken, Heilmittelerbringer und Pflege. Wir zeigen, warum die Telematikinfrastruktur Teil der Lösung sein kann.

Apotheken: Weniger Standorte, mehr Verantwortung

Die Zahl der Apothekenstandorte in Deutschland ist 2024 auf 17.041 gesunken – ein Rekordtief. 530 Netto-Schließungen in einem einzigen Jahr bedeuten: Die verbleibenden Apotheken versorgen immer mehr Patient:innen, verarbeiten immer mehr Rezepte und tragen immer mehr operative Last. Weil dieser Sektor mit weniger Standorten mehr leisten muss, ist er auf reibungslose digitale Prozesse dringend angewiesen – vom eRezept bis zur sicheren Kommunikation via KIM.

Heilmittelerbringer: Wachsend und zunehmend vernetzt

Gegenläufig dazu entwickelt sich der Heilmittelbereich: 77.635 Praxen verzeichnet das Jahrbuch. Das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent innerhalb eines Jahres. Der Sektor wächst und mit ihm seine Rolle in der Versorgungslandschaft. Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie übernehmen zunehmend Aufgaben, die eine enge Abstimmung mit Arztpraxen und Kliniken erfordern. Damit steigt auch der Bedarf an digitaler Anbindung. Hier stehen viele Heilmittelerbringer noch ganz am Anfang – auch wenn der Rollout der TI im Heilmittelbereich bereits Fortschritte macht.

Pflege: Der größte Nachfragetreiber

Die deutlichste Entwicklung zeigt sich in der Pflege: 5,6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig – ein Anstieg von 15 Prozent allein zwischen 2021 und 2023. Die Zahl der Pflegeeinrichtungen – ambulante Dienste und Pflegeheime zusammen rund 32.000 – ist im selben Zeitraum nur um gut zwei Prozent gestiegen. Dazu kommt ein dramatischer Fachkräftemangel. Laut Prognosen könnten bis 2049 bis zu 690.000 Pflegekräfte fehlen. Pflegeeinrichtungen stehen daher unter einem enormen Personal- und Effizienzdruck. Digitale Dokumentation, ein effizientes Medikationsmanagement und der sichere Austausch mit anderen Leistungserbringern sind hier zunehmend keine Frage der Optimierung, sondern eine Voraussetzung für einen funktionierenden Alltag.

TI-Bedarf steigt in allen Bereichen

Die Zahlen zeigen eine klare Richtung: Dort, wo die Versorgung wächst, nimmt auch der Bedarf an digitaler Anbindung zu. Mehr Heilmittelpraxen und mehr Pflegeeinrichtungen bedeuten konkret mehr Betriebsstätten, die einen Zugang zur Telematikinfrastruktur benötigen. Und auch im Apothekenmarkt bleibt der Bedarf hoch – denn weniger Standorte mit dafür aber höherer Auslastung sind umso mehr auf eine leistungsfähige TI-Anbindung angewiesen.

Wer mit einem TI-Angebot in diesen Sektoren aktiv ist, positioniert sich also in einem Markt, der strukturell wächst. Trotzdem ist die zunehmende Marktgröße nur ein kleiner Aspekt, verglichen mit dem viel entscheidenderen Punkt: In allen Sektoren müssen Leistungserbringer mit weniger Infrastruktur mehr Versorgung bewerkstelligen.

Digitalisierung ist keine Option mehr

Wenn Apotheken mehr Rezepte verarbeiten oder Pflegeeinrichtungen mehr Pflegebedürftige betreuen müssen, braucht es eine schnellere Kommunikation, weniger Medienbrüche und bessere Datenflüsse – kurz eine reibungslose, effizient organisierte Versorgung. Genau hier kommt die Telematikinfrastruktur ins Spiel. Anwendungen wie eRezept, KIM und die ePA sind die gemeinsamen Grundlagen für eine Versorgung, die unter Druck funktioniert. Und die TI ist das Netzwerk, das Leistungserbringer dafür verbindet.

Dabei geht es um mehr als nur um die Digitalisierung einzelner Berufsgruppen. Apotheken, Heilmittelerbringer und Pflegeeinrichtungen sind in der Versorgungsrealität oft Teil derselben Versorgungskette. Ein Rezept wird in der Arztpraxis ausgestellt, in der Apotheke eingelöst, die Therapie beim Heilmittelerbringer durchgeführt, die Nachsorge in der Pflege koordiniert. Diese Kette funktioniert nur, wenn alle Beteiligten über eine gemeinsame digitale Infrastruktur verbunden sind.

Wie unterstützt curenect, wenn der Versorgungsdruck steigt?

Wenn die TI strukturell notwendig ist, wird die Frage nach dem Wie der Anbindung entscheidend. Gerade in Sektoren wie Pflege und Heilmittel, in denen digitale Infrastruktur teils noch aufholen muss, braucht es Lösungen, die niedrigschwellig funktionieren. Das bedeutet, der Einstieg ist die TI muss ohne aufwändige Umstellungen oder ressourcenintensive IT-Projekte stattfinden. Das TI-Gateway von curenect ist genau dafür gemacht – als ein niedrigschwelliger, zentraler Zugang zur Telematikinfrastruktur, der sich unkompliziert in bestehende Praxis- und Einrichtungsumgebungen integrieren lässt. curenect arbeitet dabei mit Resellern und Vertriebspartnern zusammen, die tief in den jeweiligen Sektoren verankert sind und die Sprache ihrer Kunden sprechen. So entsteht eine TI-Anbindung, die nicht nur technisch funktioniert, sondern auch im Alltag.

Versorgung braucht Verbindung

Der Versorgungsdruck im deutschen Gesundheitswesen wird nicht nachlassen. Darauf deuten die Daten klar hin. Aber was sich ändern kann, ist die Art, wie Leistungserbringer miteinander vernetzt sind und zusammenarbeiten. Die Telematikinfrastruktur schafft dafür die Grundlage – und wird damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer Gesundheitsversorgung, die dem wachsenden Versorgungsdruck standhalten kann. Die TI ist also kein Allheilmittel für die strukturellen Probleme der Gesundheitsversorgung. Aber: Die TI ist Teil der Lösung.